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EUPHRAT EXPEDITION |
4. Rundmail |
Das wiederum bedeutet,
dass theoretisch keine Einschraenkungen fuer Tourismus und Wirtschaft vorhanden
sind. Praktisch gibt es aber Regionen, in denen erhoehte Alarmbereitschaft fuer
die Sicherheitsorgane des Landes bestehen. In diesen Gebieten sind Kontakte
zwischen Touristen und Einheimischen nicht erwuenscht, vom wilden Zelten ganz zu
schweigen und das Durchfahren wird verhindert. Wo diese Gegenden sind, wird
nicht verraten, ganz sicher aber im Grossraum um die inoffizielle Hauptstadt der
Kurden Diyarbakir.
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Türkischer Soldat patrolliert entlang der Strasse - im Hintergrund ein "totes" Dorf
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Insgesamt ist die Lage aber ruhig und die letzten
ernsthaften Zusammenstoesse liegen 2 Jahre zurueck, so sagen Tuerken und Kurden.
Dennoch wird gespitzelt, wo es nur geht, so vermutlich auch in dem Internetcafe,
von wo aus wir die letzte Rundmail (vielleicht etwas zu kritisch) schickten.
Einen Tag danach wurden wir an der naechsten Strassenkontrolle laenger als
gewoehnlich aufgehalten, bis 2 Kollegen der Kriminalpolizei (bei uns wuerde man
sie 'Stasi' nennen) kamen und unsere Reiseroute und -motivation ganz genau
wissen wollten. Schliesslich durften wir sie gepanzerten Schuetzenfahrzeug aufs
Revier begleiten, wo sie unsere Paesse kopierten. Fuer uns als Reisende ist eine
solche Registrierung sicher harmlos, doch welche Auswirkungen es fuer Kurden
haben kann, bekamen wir in Tatvan zu Gast in einer Familie erklaert und gezeigt.
Viele Kurden wurden schon einmal mit den staatlichen Repressionen konfontiert.
Unser Freund Murat [Name geaendert] beispielsweise war fuer ein halbes Jahr
eingesperrt (weil er ertappt wurde, kurdische Musik zu hoeren, was vor 6 Jahren
noch untersagt war) und zeigte uns Folterspuren am Hinterkopf. Sein damals
14-jaehriger Cousin kam bei einer Folter ums Leben und auch heute kann Murat
seine politische Meinung noch nicht frei aeussern.
Auf dem weiteren Weg nach Hasankeyf (nach Yusufeli der zweite
Ort, welcher in nicht definierter Zeit in den Fluten eines Stausees versinken
wird) trafen wir dann 4x, wie durch einen uebermaechtigen 'Zufall' gesteuert,
den selben gut gekleideten Herren mit Ankara-Autokennzeichen.
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© November 2000 by V. Heiland / B. Vetter
All rights reserved! Last update: 23.11.2000 |
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