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RADREISE JENA - JEMEN |
Im Jemen: 3 |
Fortsetzung
Nach diesen gedankenreichen Tagen in Sanaa fuhren wir los und schon nach wenigen Kilometern durch dieses urige Land mit den krummdolchtragenden Männern, schwarzverhüllten Frauen und unüberschaubaren Kindermengen waren sämtliche Sicherheitsbedenken verflogen. Die irrsinnig schöne und abwechslungsreiche Landschaft, die verblüffende Architektur der Bergdörfer und die bewahrte Tradition der Einwohner machen den Jemen zum Höhepunkt der gesamten Tour. Mit dem Fahrrad die jemenitische Bergwelt zu erklimmen ist wahrlich atemberaubend, denn einige Pässe erreichen sogar 3000 Meter Höhe und die täglichen Temperaturen von
über 30°C lassen den Schweiß literweise verdunsten.
"Die Staatsgewalt hatte uns wieder unter Kontrolle"
Nach etwa einer Woche hatte uns die Staatsgewalt wieder unter Kontrolle. Auf der wichtigsten Straße Jemens von Sanaa nach Aden (ehemalige Hauptstadt des Südjemen) wurden wir rund um die Uhr beschützt, vor einer Gefahr, die es hier eigentlich nicht geben soll. Grund dafür ist die Anordnung der Regierung von Ende letzten Jahres, wonach Touristen in nahezu allen Provinzen von Polizeikräften geschützt werden müssen. Diese Maßnahme soll wilde Stämme vom Geiselnehmen abschrecken und somit den Tourismus wieder ankurbeln.
"99% aller Geiselnahmen haben einen sozialen Hintergrund"
Nach Aussage von Alawi Bin Sumait, einem Journalisten der Al Ayam, die größte Tageszeitung des Jemen, haben zu 99% aller Geiselnahmen einen sozialen Hintergrund. Die Bewohner entlegener Dörfer wollen so auf ihre miserable Verkehrsanbindung, fehlende
Gesundheitsversorgung oder Schulen aufmerksam machen.
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© Mai 1998 by V. Heiland / B. Vetter
All rights reserved! Last update: 23.10.1998 |
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