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RADREISE JENA - JEMEN |
Im Jemen: 1 |

...oder gekidnappt von der Touristenpolizei
Nach 212 Tagen, rund 7500 Fahrradkilometern und 11 passierten Ländern erreichten wir den südöstlichsten Punkt unserer Jena - Jemen Radreise. In Shibam, ein kleiner Ort im Wadi Hadramout, stehen die ältesten Wolkenkratzer der Erde. Sie
wurden aus einem Lehm-Stroh-Gemisch erbaut, zählen z.T. 7 Stockwerke und überdauern bereits 500 Jahre. Diese einmalige Architektur, die bewahrte Tradition der Jemeniten und die extrem abwechslungsreiche Landschaft übten auf uns eine Faszination aus, die größer war, als die Bedenken einer Entführung. Dennoch wuchsen die Zweifel über unser Reiseziel, weil gerade in den letzten Monaten sich die Geiselnahmen häuften, zum 1. Mal 4 Tote zu beklagen waren und jeder die Hände über dem Kopf zusammenschlug, als das Wort "Jemen" fiel...
Leider ließ es sich nicht realisieren, das ärmste Land der arabischen Halbinsel über den Land- oder Seeweg zu erreichen. Die überaus strengen Visaregelungen Saudi Arabiens, einem Land, das jeglichen westlichen Einfluß verhindern möchte, machen ein Passieren für Touristen nahezu unmöglich. Auch der Versuch, von Jordanien aus über das Rote Meer den Jemen zu erreichen scheiterte, da es keine offiziellen Passagierschiffe gibt und Frachter mit Gütern aller Art, nur selten eine jemenitische Hafenstadt ansteuern. Nach 7 Tagen Warten, mehreren persönlichen Gesprächen mit Schiffskapitänen im Hafen von Aqaba, mußten wir aus Zeitnot abbrechen. Ein Grund war der Tod
von Jordaniens beliebtem König Hussein und die 5 angeordneten Trauertage, welche das gesamte Land sowie den Hafen lähmten.
"Im Jemen sind die Touristen selten geworden"
Zum anderen drängte uns erstmalig auf dieser Tour ein fester Termin: Die Ankunft Barbaras Bruder in Sanaa, der wichtigen Materialnachschub im Gepäck
hatte. So fuhren wir nach Ägypten weiter,
um unser Glück im größeren Hafen von Suez zu versuchen.
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© Mai 1998 by V. Heiland / B. Vetter
All rights reserved! Last update: 23.10.1998 |
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