|
RADREISE JENA - JEMEN |
Der Hinweg: 8 |
Fortsetzung
Von hier soll es auch ganzjährig bestehende Fährverbindungen nach Zypern geben. Leider liegt Marmaris etwa auf der Hälfte unserer geplanten Türkeistrecke, was bedeutet, daß wir früher in Jordanien ankämen. Außerdem besteht ein völlig neues Problem, und das heißt ISRAEL. Dieses Land ist ein rotes Tuch für die umliegende arabische Welt, und das bekommen auch Traveler zu spüren, wenn sie einmal den heiligen Einreisestempel im Paß haben. Ein direkter Grenzübertritt von Libanon oder Syrien nach Israel ist nicht möglich. Etliche andere arabische Staaten, so auch Jemen, sehen zwischen einem an die Grenzpfosten klopfenden Touristen mit israelischem Stempel im Paß und einer Person, welche mit der israelischen Fahne durch die arabische Botschaft läuft, keinen Unterschied. Bleibt uns nur, bei der Einreise in Israel auf die Freundlichkeit der Grenzer zu hoffen, die gelegentlich den Stempel auch auf ein separates Stück Papier stanzen sollen. Andernfalls wird sich ein neuer Paß für uns als sehr nützlich herausstellen.
Nachdem wir diese Routenänderung aktenreif hatten, sind wir nach genau zwei Wochen Station in Varna und Sofia, endlich wieder aufs Rad gestiegen, um das nächste Land zu erkunden. Nach nunmehr 3000 km erreichten wir am 31.10.98 die Grenze zur Türkei. Bei der Ausreise aus Bulgarien konnten zum 1. Mal die Zöllner ihre Neugier nicht zügeln und ließen uns eine Fahrradtasche ausräumen. Zum Glück kamen hier weder die gesammelten Flechten für die Staatsexamensarbeit, noch unsere zahlreichen Diafilme zum Vorschein. Der Anblick einiger Unterhosen, Würste und Kerzen wirkte ausreichend neugierkillend , so daß wir schon bald ins
Land von Atatürk weiterfahren konnten. (V.H.)
 |
© Mai 1998 by V. Heiland / B. Vetter
All rights reserved! Last update: 23.10.1998 |
 |
|