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RADREISE JENA - JEMEN |
Der Hinweg: 5 |
Kilometer: 2500 (50. Tag) 06.10.1998 !
CALARASI (RUMÄNIEN). Ab Sibiu besserte sich das Wetter, und das war auch gut so, denn allmählich näherten wir uns dem nächsten herausragenden Höhepunkt der Reise: die Tranfagarasan - Straße nach Pitesti, dem Geburtsort des rumänischen PKWs namens Dacia. Ceaucescu ließ hier zwischen den beiden höchsten Gipfeln der Südkarpaten - Moldoveanu (2544 m) und Negoiu (2535 m) - eine Paßstraße errichten. Ein reines Prestigeobjekt, denn dieser 90 km lange Hochstraße mit über 500 mehr oder weniger kleinen Brücken und Tunneln fehlt jede wirtschaftliche Bedeutung! Gut für uns, denn so rollte der gesamte Transitverkehr westlich und östlich davon an uns vorbei. Dort existieren nämlich Flußtalstraßen mit wesentlich geringeren Steigungen. Lediglich eine handvoll Touristen verirrten sich zu dieser Zeit noch hierher und lenkten entspannt ihren PKW die serpentinenreiche Piste auf 2040 m Höhe (siehe dazu auch Fotos 1-3).
Wir nahmen uns für die Passage des Fagaras 3 Tage Zeit. Die erst Nacht verbrachten wir auf halber Höhe direkt am Straßenrand, wo wir eine 10 m² große Fläche vorfanden - groß genug für Zelt und Fahrräder. Nach dem Abendessen schossen uns die Warnungen vor einem noch recht häufigen Karpatenbewohner durch den Kopf - dem Braunbären. Er soll hier nachts durch die Wälder ziehen und sich über zusätzliches Futter freuen. Trotzdem hätten wir diesen bei uns ausgerotteten Zeitgenossen schon gerne mal gesehen. Aber als er auf der anderen Seite des Tals zu brüllen anfing, da war uns dann schon Angst und Bange. Aber unsere Vorsichtsmaßnahme, das Essen abseits vom Zelt zu deponieren, scheint ausgereicht zu haben, so daß uns der Braune nicht im Zelt besuchen kam. Am folgenden Tag kurbelten wir uns die restlichen 1300 Höhenmeter nach oben. Mit zunehmender Höhe wurden auch die Blicke ins Land weitläufiger, und wir fotografierten weit mehr als die 10 Dias, welche uns pro Tag zur Verfügung stehen. Gegen Mittag bot sich ein Wolkenschauspiel, wie es seinesgleichen sucht. Kleine Wolkenfetzen kletterten aus dem Tal empor, verwirbelten sich hier oben in wildem Getöse und stiegen schließlich gemächlich als große Haufenwolken auf. Am Nachmittag waren somit die Bergkuppen komplett verhüllt und wir entschieden uns dazu, heute Nacht hier am höchsten Punkt zu nächtigen und morgen bei hoffentlich besserer Sicht die Abfahrt anzutreten. Auch wenn die Nacht unmenschlich kalt war, hatte sich das Warten gelohnt! Am nächsten Tag waren die Wolken spurlos verschwunden, und wir konnten die gigantische
Abfahrt mit viel Bremsgummiverlust angehen ...
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© Mai 1998 by V. Heiland / B. Vetter
All rights reserved! Last update: 23.10.1998 |
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