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RADREISE JENA - JEMEN |
Der Hinweg: 3 |
Kilometer: 1500 (26. Tag) 12.09.1998 !
MEZÖHEGYES (Ungarn). Am 1. September hatten wir nahezu pünktlich
die ungarische Grenze erreicht. Die ersten Kilometer führten uns auf
kleinen Straßen nach Györ. Der Donauradweg existiert hier in
bislang gewohnter Form eigentlich nicht mehr. Nur noch sporadisch führen
neue Radwege an der Straße entlang. Eine Kennzeichnung ist allerdings
durchgehend vorhanden. Die grünen Schilder mit gelber Schrift wirken
noch recht neu und sind nicht immer so postiert, daß man sie gleich
findet. Dennoch ist der Ausbauwille des internationalen Radweges deutlich
zu spüren und wird sich wohl in den nächsten Jahren mit den Highspeedradpisten
Österreichs messen können. Ungefähr 33km nach Györ
verließen wir die für Radler ausgeschilderte Strecke, um in
südöstliche Richtung nach Ercsi durchzustechen. Ercsi ist ein
kleiner Ort, etwa 30km südlich von Budapest, wo gute Freunde von uns
wohnen. Von hier aus fuhren wir mit dem Zug in Ungarns Hauptstadt, um uns
auf der syrischen Botschaft ein Visum zu besorgen. Doch die Syrer erteilen
nur Visa an Leute mit Aufenthaltsgenehmigung und nicht an Touristen. Das
ist eine dumme Sache, zumal wir uns in Deutschland informierten, ob es
möglich ist, auch im Ausland das syrische Visum zu erwerben. Nun ja,
hier empfahlen sie uns, es doch mal in den folgenden Ländern zu versuchen...
Nach 4 Tagen in Ercsi, mit Stadtbesichtigung von Budapest und Umgebung,
fuhren wir weiter in Richtung rumänischer Grenze, quer durchs
Land und auf möglichst wenig befahrenen Straßen. Auf diesem
Abschnitt ereignete sich dann auch unsere erste Panne. Barbaras Hinterrad
erlitt bei der Durchquerung einer Obstplantage mit hohen Diesteln eine
schwere irreparable pneumatische Systemstörung. Der Schlauch war auf
10cm Länge aufgeschlitzt. Auf der Suche nach kleinen verkehrsruhigen
Straßen entdeckten wir Flußdeiche, die hier im flachen Land
eigentlich an jedem Fließgewäßer zu finden und meist mit
Fahrspuren oder sogar Asphalt bestückt sind. Ein solcher Geheimtip
ist der Tisza-Deich, den wir (hinter Csongrad in Richtung Szentes) 30km
lang radelten. Nach rund 1500km erreichten wir Mezöhegyes, ein Ort
dessen Name unsere Zungen nicht auszusprechen mächtig sind.
Hier war unser viertes überdachtes Quartier. Unsere ungarischen Freunde
gaben uns diese Adresse - ein ehemaliges Gästehotel einer abgeschalteten
Zuckerfabrik - nahe der rumänischen Grenze, um Schutz vor grausigem
Wetter zu finden. Diese brachliegende und betagte Unterkunft konnte einen
gewißen sozialistischen Charme nicht verbergen und um so überraschter
waren wir, als kurz vor Ende des Duschens warmes Wasser aus der Leitung
floß. (V.H.)
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© Mai 1998 by V. Heiland / B. Vetter
All rights reserved! Last update: 23.10.1998 |
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